Allein unter Massen. Lebenszeichen eines Todgesagten. Willkommen im Club!
Wo die Seele friert - Der Herbst nie enden will - Der Frühling auf sich warten lässt.
Wo Menschen Leben ohne Dach - ohne Bett - ohne Zuversicht - ohne Heimat.
Der Ort wo das Leben Tag und Nacht an einem seidenen Faden hängt. Wo täglich die Sehnsucht die Einsamkeit trifft und die Hoffnung als Letzte von Aussen die Türen schliesst!
Drinnen bleibt wer Draussen keinen Halt mehr hat. Draussen ist, wer den Halt verloren hat!
Wo der Regen die Furchen im kahlen, blassen Gesicht durchtränkten, oder waren es heimlich die Tränen - wer weiss es schon?
Die kleine Anekdote vom Mann am Wegesrand.
Wer kennt ihn den alten Mann, der allein am Wegesrand sitzt oder steht und verzweifelt bittet um ein Paar Almosen? Wer weiss was ihn dazu trieb seine Würde als Bettler zu verkaufen? Wer kennt sein Schicksal? Wer sein Weg? Wer sieht es ihm schon an, das er eigentlich 10 Jahre jünger ist und gerne noch einmal "Mitten im Leben" stünde - mitten unter uns.
Hier bin ich gestrandet. Inmitten von Armut und Not. Umgeben von Leid und Elend.
Hier in meinem neuen Leben fand ich etwas Ruhe und Frieden. Beinahe so etwas wie Fensterkitt für die Risse in meinem Seelenfenster! Stein um Stein für ein Trümmerfeld.
Das alte Leid das mich fast zu Tode rang, warf ich beim Verlassen als ein gutverschnürter und armseliger Haufen, gebündelt in das Meer des Vergessen. Dort wo die Hoffnung im Leid ertrank und die Lichter erloschen sind.
Die Leere von einst tauschte ich gegen Einsamkeit. Die Hoffnungslosigkeit tauschte ich gegen Sehnsucht. Die Ängste tauschte ich gegen etwas Sicherheit.
Auf den ersten Blick tauschte ich nicht viel, doch auf den zweiten Blick der beste Entschluß in meinem Leben.
Ich tauschte ein totes Leben unter Toten, für ein bewegtes Leben unter Menschen.
Das Gestern ist mir ohne Bedeutung, ein Ort des Nichts. Das Morgen ist mir egal, ein Ort den ich nicht kenne. Was zählt für mich ist das Heute, hier und jetzt!
Nachtgedanken eines Wandersmann zu Weihnachten 2009.
Und wieder war Weihnachten. Wieder war ich, wie in vielen Jahren zuvor in einer Notübernachtung. Wieder habe ich es Überlebt. Hatte keine Zeit für Weihnachten, hatte Zeit nur zum Überleben.
Wieder war der Tannenbaum geschmückt und die Stimmung froh und heiter. Ganz Weihnachtlich im Konsumrausch gefangen, umgaben mich Gestalten im Dunst von Glühwein und Leckereien. Strahlende Massen mit vollen Taschen drängten mich an den Strassenrand.
Auch mein Rucksack war voll - gefüllt mit dem Rest von meinem Leben. Eine ganze Wohnung in einem Sack. Kein geschmückter Tannenbaum. Kein Weihnachtsbraten. Meine Gedanken kreisten um die Fragen; was erwartet mich im neuen Jahr und, wen werde ich von meinen alten Kameraden zur nächsten Weihnacht wiedersehen?
Wieder war Weihnachten! Wieder wartete Leere. Wieder habe ich Weihnachten Überlebt. Von irgendwo schien ein Licht, erhellte das Dunkel in den Strassen. Wie war es wohl drinnen in den Wohnungen und Häusern?
Weihnachtsgedanken - Draussen vor dem Hause...
Draussen vor einem liebevoll geschmückten Hause stand Gedankenverloren ein Wandersmann. Drinnen im schönen Hause leuchteten Kerzen weich und sanft aus dem Fenster. Den Tannenbaum konnte man auch erkennen, wunderschön war er geschmückt. Eine Katze lag faul im Hause an einem Fenster. Das Schnurren konnte man fast schon fühlen. In der Küche lagen auf einem Tisch ein Paar Päckchen und Pakete.
Schön muss es sein, dachte sich der Wandersmann, wenn es noch Menschen gibt, die an andere Menschen denken?
Und leise erklangen von irgendwoher Weihnachtslieder, wunderschön und warmherzig gesungen von Engels Chören in die Ohren des frierenden Wandersmann. Kinder hörte man singen: Stille Nacht, heilige Nacht.
Da ging die Tür vom schönen Hause auf und ein Weihnachtsmann schritt heraus. Mit rauher Stimme rufte er in eindringlichen Ton zum Wandersmann: Wenn Sie jetzt nicht sofort verschwinden - rufe ich die Polizei.
So verschwand der Wandersmann in die Dunkelheit.
An einer Baustelle gutversteckt fand er einen Platz für die Nacht. Die Wärme nahm er sich von einer Kerze. Den Hunger stillte er mit einer Dose Erbsensuppe. Und zum besser schlafen schnell noch einen Gute-Nacht-Trunk. Das Bier genauso kalt wie die Suppe, vertrieb die Leere im Magen und im Herzen. Danach ging es in den Schlafsack mit dem Gottvertrauen morgen noch zuleben.
Massen marschierten wieder durch die Gassen. Nicht mit Waffen! Mit Tannenbäumen schritten sie gutgelaunt und wohlgenährt in Reih und Glied. Die Kehlen feucht vom Glühwein. Die Leiber voll vom Weihnachtsmarkt. Die Taschen barsten fast vom Weihnachtskonsum. Die Hosen platzen schon aus allen Nähten.
Am Wegesrand ein Wandersmann. Der Weihnachtsmarkt so Nah und doch so Fern. Doch ohne Moos nichts los, dachte sich der Wandersmann, drum gab es keinen Glühwein und sonstige Weihnachtsleckereien. Für ihn den Wandersmann blieben die Weihnachtsmärkte verschlossen.
Draussen blieb, wer drinnen nichts zu suchen hatte. Draussen war, wer drinnen alles Verloren hat.
Draussen vor einem Hause stand ein Wandersmann ohne Habe, ohne Nichts. Drinnen im Hause tobte laut das Leben - Friede, Freude, Herrlichkeit.
Draussen vor dem Hause das Nichts - die Leere - Einsamkeit, Hunger, Kälte.
Und wieder war Weihnachten. Herrgott, ich dank Dir schön.
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Seit September 2008 führe ich diese Internet-Seite als meine offizielle private Webseite.
Von Mai 2007 bis August 2008 führte ich diese Webseite nachweisbar als inoffizielles Obdachlosenportal.
Seit September 2008 finden Sie das Neue jetzt offizielle Obdachlosenportal auf Ohne Wohnung - Was Nun?
Danke für Ihr Interesse.
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