UNTER NULL
Arme habt ihr allezeit
Buchtipps

Autor - Buchtitel - Verlag - Erscheinungsjahr laut Erstausgabe oder neueste Ausgabe.

Andreas Pitz - Arme habt ihr allezeit - Edition Chrismon - 2009.

Günter Wallraff - Aus der schönen neuen Welt - Kiepenheuer & Witsch - 2009.

In dem Buch "Arme habt ihr allezeit" habe ich die zwei Seiten über mich selbstverfasst.

In Günter Wallraffs Buch ist meine Webseite im Kapitelanhang "Unter Null" verankert.

    

Wenn ich kein Buch lese - höre ich Musik oder spiele Schach.

Wenn ich Schach spiele vergesse ich die Einsamkeit.

Wenn ich Musik höre vergesse ich die Leere.

Wenn ich ein Buch lese Lebe ich.

Wenn ich Lebe bin ich hier.

Die folgenden Erzählungen haben nichts mit den Büchern zu tun.

Das Salz in der Suppe - Worte an die Dummheit

Teil 1: Die Geschichte vom Fremden den man gerne erschlagen hätte!

Vor kurzem hatte ich ein Erlebnis, das ich Ihnen hier in Form einer kurzen Geschichte schreiben möchte.

"Wer ist hier schon willkommen, wenn wir es nicht wollen?"

Auffällig von meiner Erkrankung gezeichnet schritt ich als ein Obdachloser gut sichtbar an einen kleinen Ort in Niedersachsen heran. Hunger, Durst und Schmerzen im Rücken quählten mich in der Nachmittagssonne. So wollte ich beim nächsten Tante-Emma-Laden etwas Nahrung als weitere Marschverpflegung einkaufen und zum Kräftetanken dort in Ruhe eine Tasse Kaffee mit einem belegten Brötchen geniessen.

Links und Rechts von mir standen ein Paar schöne Häuser mit gutgepflegten Gärten und eine saubere Strasse teilte den Ort in zwei Hälften. In den Gärten waren fröhlich feiernde Familien beim Grillen. Eine Idylle wie im Paradies, dachte ich und schritt frommen Ganges in den Ort hinein.

Plötzlich hörte ich aufgeregte Stimmen sagen; seht her, was ist denn das für Einer? Wie läuft der denn Hier herum? Kennt den jemand? Ich hörte, wie einer antwortete: Nein, der ist nicht von Hier und wie DER rumläuft! Das ist ein Penner, rufte einer. Und ein anderer erwiderte; ne, das ist ein Schwuler! Im Hintergund tönte noch eine lallende Stimme: Was eine Schwuchtel, hier bei uns?

Ich versuchte schneller zu gehen, doch meine Erkrankung und mein Getrödel zwangen mich zum Langsamgehen. Ich hörte, wie eine männliche Stimme sagte; sperrt die Kinder ein und holt die Waffen! Ein anderer sagte im kräftigen Befehlston: Mutti, geh in die Garage und hol den Panzer raus! Dem Perversen lernen wir jetzt Anstand und Stolz.

Ängstlich schritt ich rasch voran, als ein verziertes Garagentor aufging und ein möchte-gern-Panzer aus dem Tor herausfuhr. Auf dem Thron sass eine Frau mittleren Alters mit Feuerroten Wangen und lechzenden Blicken. Ihr Speichel sabberte bis zu mir. Ein Paar Schüsse donnerten aus einem Kanonenrohr und irgendetwas zischte knapp an mir vorbei.

Eine quakende Kinderstimme rufte: Mutti, gib Gas und zeig es dem Freak. Und eine männliche Stimme fügte hinzu:

Hier bei uns ist nur willkommen - wer ist, wie wir!

Seht hin, es geht dem Menschen nicht gut! Warum spottet und lästert IHR?

Sensible Naturen hätten sich nach so einem Erlebnis als "ein Deutscher unter Deutschen" wahrscheinlich vor einem heranrasenden ICE gelegt? Aber ich habe es überlebt. Überlebt an einem Ort mitten in Deutschland wo das Leid der Kranken zur Freude der Henker ist! Doch morgen, morgen schon werden die Schweine eine andere Sau durch ihr Dorf treiben. 

Teil 2: Der Weg nach Oben

Unter den Gräbern nähre ich mich von Hyänenfrass, viele Jahre schon.

Ausweglos und Furchtlos gefangen unter Denunzianten und Rufmörder. Eine schöne neue Welt die ich noch erfahren muss. Ab und zu find ich Hoffnung - Neue Wege zum Vergessen.

Doch was siegt, ist jener Teil in mir, der mich immer weiterzieht.

Zeig mir den Weg nach Oben - wo die Sonne scheint - wo die Menschen freundlich und nett sind und immer gut duften und so wunderschön glänzen.

Zeig mir den Weg nach Oben - wo alles so schön bunt und herzlich ist. Nicht so wie ich.

Fremde Kälte mindert das Leben in mir. Argwohn, Lug und Trug durchdringen mich wie feuchter Erdgeruch. Jung und Alt, verklärter Blick. In Hohn und Spott sich einig die heuchlerische Brut.

Die Substanz des Lebens ändert sich - die Substanz der Gene wohl nie? 

Zeig mir den Weg nach Oben - wo die Schönen und die Unschuldigen leben - wo Einigkeit, Recht und Freiheit regiert - wo das Leben Schönheit und Unschuld ist.

Ein Spiegel für die Welt - Ein Spiegel auch für mich?

Wieder beginnt ein neuer Tag. Peitscht altbewährte Dummheit den innewohnenden Hass auf. Zeigt sich wieder das kranke Hirn in freien Unterstellungen von Perversionen und Abartigkeiten.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben...

Kleine Geister in hohlen Körpern quählen gern scheinbar Schwache. Sie selbst gesund und erhaben! Sind die Helden im Ort, wenn sie Schwache demütigen und ausgrenzen können.

Kein Gefühl für Lug und Trug. Kein Raum für Frei und Sein. Keine Zeit für Wahn und Sinn.

Erlaubt ist alles. Hohn, Spott und Spucke für Behinderte und Kranke. Ausgrenzung bis in den Suizid. Anschliessend sind sie glücklich und zufrieden! Haben Sie es doch den Perversen gezeigt.

Das kaputte Gen stets rein und fein. Unschuldig die Schuldigen. Selbst beim Stuhlgang kommt noch parfümiert, ihr eigen feuchter Erdgeruch. Die Mörder sind mitten unter uns.

Zeig mir den Weg nach Oben - wo die Seele aus Eis ist und das Herz aus Stein.

Zeig mir den Weg nach Oben - wo kein Spiegel den Anblick hält.

Kein Spiegel für mein Gesicht - kein Spiegel für die Welt.

Von Richard Brox im April und im Mai 2010

Soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung beginnt im Kopf eines Einzelnen und überträgt sich wie ein Parasit in Form einer schyzophrenen Grippewelle auf die leicht zulenkende Masse.

Doch was ist die Masse? Die Masse ist der Unsinn! Der Verstand ist stets bei wenigen. Doch die Masse hat die Kraft ihren eigenen Unsinn auf Andere abzulenken und ist im Stande mit ihrem Unsinn ganze Kriege zu entfachen.

Daher gibt es nur eine Lösung dem Parasit der geistigen Verdummung ein Ende zu setzen und das Mittel ist Toleranz für Minderheiten zeigen mit Zivilcourage.

Der Parasit des Bösen hat auch zwei Namen Scheinmoral und Heuchelei. Diese Namen sind die Wegbereiter von Intoleranz und Ignoranz! Kein Weg führt daran vorbei diese geistigen Anormalien mit den Gedanken der Toleranz und der Tatkraft von Zivilcourage aus den Köpfen der Einzelnen wie ein Virus zu entfernen.   

 

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